#GIRLSONENDUROTOUR

GIRLS ON ENDURO TOUR BOSNIA

Ladies Enduro Tour Bosnia



Vor ein paar Wochen hatten wir die Idee in den Ferien und "rennfreien Wochenenden" eine Enduro Tour zu buchen. Wo, wie, wann und was genau war uns dabei egal. Durch Bekannte kamen wir auf das Land Bosnien. "Ein wunderschönes Land zum Enduro fahren", "Das Enduro Paradies..." und weitere Aussagen machten uns neugierig. Keiner von uns beiden war zuvor in Bosnien und daher war es nur schwer sich vorstellen zu können, wie es dort wohl sein wird. Nachdem wir weitere Informationen von unseren Bekannten erhalten hatten, konnten wir uns auf der Seite www.enduro-experience.de ein weiteres Bild von unserer spontanen Reise machen.



Wir landeten Freitagabend in Sarajevo und wurden vom Flughafen abgeholt. 2 Stunden später erreichten wir unsere Unterkunft für die nächsten 5 Tage. Unsere Mopeds kamen am nächsten Morgen an. Dann konnte es losgehen! Am ersten Tag, hatten wir einen Guide für uns alleine. Erst am Abend trafen neue Gäste ein. Mit Pedar (19) gingen wir auf Tour. Wir konnten uns gut verständigen, auch wenn Pedars Deutsch nicht gut war. Genau genommen können fast alle Bosnier mehr oder weniger deutsch verstehen und sprechen. Leider begann es an unserem ersten Tag heftig zu regnen an. Wir fuhren durch den Wald, ein paar steinige Singletrails und steilere Auffahrten, nach ein paar Stunden kamen wir am Berggipfel an.

Eine unbezahlbare Aussicht auf 2110 Metern. Die Wege nach unten waren ziemlich steil und schmal, gerade einmal 10 cm trennten uns von dem Abgrund.

Obwohl wir mit Pedar ausgemacht hatten am ersten Tag lieber "locker" anzufangen, war dieser eher aufregend und alles andere als locker. Hinterher erfuhren wir, dass Pedar uns "deutsche Rennfahrerinnen" mal testen wollte. Zum Glück haben wir den Test mit Bravur bestanden *grins*!
Noch am Abend begrüßten wir unsere neuen Mitstreiter, zwei Pärchen aus der Schweiz.

 


An Tag zwei zogen wir dann in einer größeren Gruppe durch tiefe Wälder, Auf- und Abfahrten, sowie Steinwege. Am Morgen, durchquerten wir bergauf ein wasserreiches Flussbett. Die schweizer Männer voran und wir hinterher. Trotz erster Zweifel geling es uns gut.

Die Männer freuten sich für uns, doch in ihrem Gesicht machte sich ein verschmitztes Grinsen breit,

denn wir wussten noch nicht, dass dies nur der leichte Teil des Flussbettes war und der schwere erst noch kommt. Sie kannten das Flussbett und seine Tücken. Die beiden Schweizer Frauen ließen das zweite Flussbett aus und umfuhren es. Wir "deutschen Rennfahrerinnen" hatten jedoch keine andere Wahl um unseren „Ruf“ zu verteidigen.

Schon zu Anfang merkten wir aber, dass dies nicht leicht werden würde.

Riesige Steine, ein umgefallener Baum im Fluss und mehrere meterhohe Steinabsätze brachten uns an unsere Grenzen. Das Motorrad von Nadine qualmte und auch meins strengte sich sichtlich an. Leider beschloss der Guide, dass Nadine herausfahren soll, da ihr Motorrad kurz vor der Überhitzung stand. Ich fuhr weiter und hatte jetzt alle Mitstreiter als motivierende Zuschauer um mich herum. Nach einer gefühlten Ewigkeit und mehreren Strapazen habe ich es tatsächlich aus dem ewig langen Flussbett geschafft! Was für eine Erleichterung!!! Und was für ein tolles Gefühl!! Unsere Gruppe wuchs mit jeder neuen Herausforderung immer fester zusammen. Jeder freute sich für den Erfolg des anderen. Unser Mittagessen nahmen wir an Dankos Grillhütte mitten im Wald ein, ein wunderschönes Plätzchen zum Erholen. Die Nachmittage waren meist nicht mehr so lang. Wir verbrachten unseren in einem Steinbruch und "spielten" ein wenig herum. Auch hier versuchten wir uns gegenseitig zu motivieren. Natürlich dauerte es nicht lang bis der erste crashte und sich überschlug. Zum Glück ist nichts passiert und wir konnten gemütlich nach Hause fahren. Mit einem Radler im Nachbar Café beendeten wir unsere Tour. Die Bikes wurden für den nächsten Tag ready gemacht und dann ging es zum Abendessen. An diesem Tag war ein Rocker-Motorradfest im Dorf, welches wir natürlich besuchten und feststellten, dass die Bosnier definitiv feiern können! 


An Tag 3 beschlossen die beiden schweizer Frauen in einer eigenen Gruppe zu fahren. Dadurch bekamen wir einen anderen Guide, namens Zizko. Was seine Routen anging, war dieser echt verrückt. Zuerst starteten wir in den bosnischen Laubwald und kamen an einer ewig langen Auffahrt zum Stehen. "Wer will soll probieren...!", stammelte der Bosnier uns in seinem bosnischen Dialekt entgegen. Die schweizer Männer bekamen wieder den Vortritt. Ich kam danach und schaffte es nur bis in die Hälfte der Auffahrt, dort kam ich nicht mehr weiter. Auch die beiden Männer hatten sichtlich Schwierigkeiten, kämpften sich aber durch. Nach ein paar Versuchen, brach ich ab und fuhr mit Nadine und Zizko einen Umweg. Doch auch hier ging es mit Waldauffahrten weiter. Später fuhren wir alten Skihänge herauf. Riesige, niemals endende Steinauffahrten, die uns oben angekommen, einen wunderschönen Ausblick boten. Eine kurze Pause zum Genießen und dann ging es Offroad, wie gewohnt, weiter. Mitten im Wald hingen überall "Achtung Bomben" Schilder aus dem letzten Krieg. Wir bekamen ein ungutes Gefühl aber wir vertrauten unserem Guide. Wir vertrauten ihm und kamen auf unsere Kosten. Es war anstrengend aber wunderschön so eng mit der unberührten Natur zusammen zu sein.



An Tag 4 ging es erneut durch den Wald mit einen engen Singletrail. Schwierige Steinpassagen und Baumstämme, konnten uns nicht von unserem Ziel abbringen den Weg zu absolvieren, das erforderte höchste Konzentration! Plötzlich lag ein riesiger Baum quer auf dem ohnehin engen Singletrail. Dieser konnte von uns nicht überquert werden.

Um unsere Fahrt fortsetzten zu können, improvisierten wir mit einer provisorischen Rampe, die wir aus losen Holzstücken bauten.

Geschickt fuhren wir die Motorräder über die Rampe und es ging weiter. Es kamen noch weitere umgestürzte Bäume auf uns zu, die wir jedoch überfahren konnten. Der Grillplatz, der Mittagspause, lag direkt neben einem weiteren Flussbett.

Die schweizer Männer motivierten uns nach dem Essen, dieses zu durchqueren. Das Flussbett war definitiv eines der schwersten Prüfungen für uns, die letzten Tage. Nach quälenden 50 min erreichten wir kraftlos das Ende. Wir waren beide stolz auf unsere Leistung. Schneller als gedacht ging auch Tag 4 zu Ende.



Wir beschlossen an Tag 5 nur einen halben Tag zu fahren, da wir nachmittags noch nach Sarajevo zurückmussten. Wir fuhren über die Straßen, durch mehrere Dörfer und schließlich über ein neues Flussbett bergauf. Letzten Endes kamen wir an der Spitze des höchsten Berges heraus und wurden mit einer Panoramatour belohnt. Teilweise ging es seitlich wieder steil herunter. Ein paar steile Abfahrten kamen noch auf uns zu und dann war auch der letzte Tag schon beendet. 


Zusammenfassend kann man wirklich nur positives über diesen Ausflug sagen. Für Enduro Fahrer ist Bosnien definitiv ein MUSS. Es gibt viele Wege und Spuren, dass auch nach mehreren Tagen, noch neue Strecken gefahren werden können. Langeweile gibt es dort keine :)!